Fachstelle Diyalog

diyalog – Fach und Informationsstelle Türkischer Ultranationalismus

diyalog ist eine landesweite Fach- und Informationsstelle zum Thema ‚türkischer Ultranationalismus‘, die 2019 von der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. ins Leben gerufen wurde und vom Landesdemokratiezentrum Schleswig-Holstein gefördert wird. Es handelt sich um eine bundesweit einmalige Anlaufstelle, die auf Grundlage von themenbezogenen Beobachtungen und Entwicklungen bedarfsorientierte Angebote macht sowie das Themenfeld weiterentwickelt.

Zielsetzung

Auftrag des Projektes ist es, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zu leisten. Im Bereich der Jugendbildung sind es niedrigschwellige, primärpräventive Maßnahmen und demokratiepädagogische Elemente, die zum Einsatz kommen. Im Bereich der Erwachsenenbildung liegt der Fokus auf wissenschaftsbasierter Informationsvermittlung sowie dem Aufzeigen von Handlungsoptionen, die auf die jeweiligen Berufsfelder abgestimmt werden. Des Weiteren wird mithilfe von Handreichungen und Vorträgen die interessierte Öffentlichkeit angesprochen. Insgesamt wird mehr Bewusstsein für das Phänomen geschaffen und Handlungssicherheit für Sozialraumakteur/innen gegeben werden.

Angebote

Die Angebote lassen sich in drei große Aufgabengebiete aufteilen: politische Bildungs- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung sowie kontextungebundene Wissensvermittlung. Der erste Bereich beinhaltet niedrigschwellige Workshops, die mithilfe von interaktiven Methoden alltagsnahe Themen der Jugendlichen vor dem Hintergrund des türkischen Ultranationalismus bzw. des türkisch-kurdischen Konfliktes behandeln. Mediale Darstellungen, Verschwörungserzählungen, eigene und gesellschaftliche Identität sowie Vorurteile sind einige Beispiele an Themen, die Gegenstand dieser Workshops sind. Ziel ist es, Reflexionsprozesse anzustoßen, kritisches Denken und demokratische Prinzipien zu verinnerlichen sowie Medienkompetenz zu schulen.

Die Fortbildungsangebote für Sozialraumakteur/innen im Bereich der Erwachsenenbildung verfolgen das Ziel, wissenschaftsbasierte Informationen zu vermitteln, über Herausforderungen der Teilnehmenden in ihren jeweiligen Berufsfeldern im Zusammenhang mit türkischem Ultranationalismus zu reflektieren und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Auch hierbei handelt es sich um ein interaktives Format, das einen ersten Einstieg in die Thematik ermöglichen soll. Je nach Berufsausübung der Teilnehmenden variiert der thematische Schwerpunkt. Grundsätzlich werden jedoch die Ideologie, ein kurzer geschichtlicher Abriss, Zahlen und Strukturen sowie berufsbezogene Herausforderungen behandelt.

Der dritte Bereich der allgemeinen Informationsvermittlung an die interessierte Öffentlichkeit wird vor allem von Vorträgen und Informationsmaterialien getragen. Diese kommen auf diversen Fachveranstaltungen und anderen öffentlichen Plattformen zum Einsatz oder können direkt bei diyalog angefragt werden.

Facharbeitskreis

Der landesweite Facharbeitskreis ‚Ultranationalismen in der deutschen Einwanderungsgesellschaft‘ wird von diyalog betreut und ist ein Zusammenschluss von Fachkräften, die sich in ihrer täglichen Arbeit mit dem Thema konfrontiert sehen und sich daher damit beschäftigen. Vor diesem Hintergrund geht es in diesem Kreis darum, sich regelmäßig auszutauschen und die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen in der Szene zu informieren. Darüber hinaus werden unterschiedliche Aspekte des türkischen Ultranationalismus beleuchtet. Fachkräfte des Kinder- und Jugendschutzes, der Integrationsarbeit und aus weiteren verwandten Bereichen aus Schleswig-Holstein nehmen regelmäßig teil.


Trägerschaft

Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V.

Wie oben erwähnt, steht die Fachstelle unter der Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. Sie wurde 1995 als landesweite Migrant/innenselbstorganisation, die sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund einsetzt. Neben ihrer Funktion Ansprechpartner/in für Fragen der Partizipation, rassismuskritische Arbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sein, setzt die TGS-H seit 1998 unterschiedliche Projekte unter anderem in den Beriechen der Ausbildung und Arbeitsmarktintegration, Stärkung von Kindern und Jugendlichen sowie Empowerment und Diskriminierung um. Seit 2015 hat sich zudem der Bereich der Radikalisierungsprävention entwickelt, in dem die Fachstelle diyalog zu verorten ist. Alle Angebote der TGS-H sind so angelegt, dass sie die Perspektiven der sogenannten Mehr- und Minderheitsgesellschaft mit einbeziehen. Als Migrant/innenselbstorganisation arbeitet die TGS-H für und mit Menschen mit verschiedenen Migrationsbezügen sowie unterschiedlichen nationalen, kulturellen und religiösen Hintergründen.